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Baitil Aman Shela "Impressions of Lamu Kenya", 2012   Nalovi-Willert
Eine Nalovi-Willert-Ausstellung ist niemals nur das einfache Aufhängen einiger Gemälde an ein Paar weiße Wände. Die beiden Künstler sind bekannt dafür, dass sie den vorgefundenen Raum verändern, dabei folgen sie einer mutigen und höchst lebendigen Ästhetik, die meistens von den Eindrücken ihrer weiten Reisen inspiriert ist. Bald nachdem sie auf Lamu als Stipendiaten des Kunstprogramms angekommen waren, begannen sie Material für ihre Ausstellung zu sammeln. Sie suchten alles mögliche zusammen – angespültes Dhau-Holz, Seile, Teile von Strohmatten. Vier Tage bevor die Ausstellung starten sollte, begannen Lili und Jesko mit der erstaunlichen Veränderung des Baitil Aman. Viele ihrer kleineren Gemälde befestigten sie an Resten alten Dhau-Holzes, dessen von Wind und Wetter gefärbte Patina die Farbigkeit der Werke widerspiegelte. Die Holzstücke wurden dann an der Decke mit  ausrangierten Seilen befestigt, die noch den unvergleichlichen Geruch des Ozeans ausströmten. Jeskos großformatige Leinwände wurden über den Innenhof gespannt und antworteten damit als gemaltes Echo auf die frisch gewaschenen Kleidungsstücke, die an langen Leinen überall im Ort hingen. Walfischknochen wurden als bildhauerische Versatzstücke in das Arrangement eingefügt. Die Künstler wollten, dass die Ausstellung mit dem Gebäude in einen Dialog trat, ohne dabei das Außen, Lamus reiche Geschichte und Kultur, auszusperren. „Es war für uns wichtig, den Alltag der Insel als Echo zu integrieren. Lamu ist durch die Dhaus und durch die Esel geprägt“, erklärt Jesko. „Wir wollten wenigstens drei Esel in den Räumen haben“, ergänzt Lili. Durch die Einfallsgabe des Künstlerpaars wurde das Baitil Aman von einem bloßen Raum in eine ganz eigene, bezaubernde Welt verwandelt, wurde selbst zur künstlerischen Raum-Installation. (Priya Basil)
Liste der Exponate
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