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Jesko porträtiert Mku, Lamu, 2012   Nalovi-Willert
Lili Nalovi und Jesko Willert wurden von Lena Bardenhewer und Herbert Menzer, die 2010 das Lamu Artist in Residence Program ins Leben gerufen haben, eingeladen drei Monate im Fishbone House zu verbringen. Dieses wunderschöne Gebäude im Suaheli Stil ist eines von fünf Anwesen, die Bardenhewer und Menzer, die ehemaligen Besitzer des Hamburger Restaurants COX, in Shela gebaut haben.
Mit der Ankunft von Lili Nalovi und Jesko Willert zog die Lebendigkeit der Farben ins Fishbone House ein. Kangas hingen von den Balken des Makuti-Daches, das den Innenhof umschloss. Diese gemusterten Vierecke aus Stoff durchschnitten die sandfarbenen Töne der Cocoto-Wände und dezent grünen Palmen mit gewagten Strichen voller Gelb, Blau, Lila und Rot... Der Raum erinnerte an ein Filmset, das nur darauf wartete, dass die Schauspieler auftauchten. Und im gewissen Sinne handelte es sich tatsächlich um eine Bühne, aber eine, die der vertraulichen Kunst des Porträtmalens gewidmet war. Die Künstler entschieden sich, im Innenhof ein improvisiertes Atelier einzurichten, damit die Einheimischen, besonders aber Frauen, zu Besuch kommen konnten, ohne sich zu kompromittieren. „Wir lieben es zu inszenieren und dann mit dieser Idee zu spielen“, sagt Lili. So wurde der Innenhof verwandelt, gleichzeitig spiegelte dies die Vorliebe der Künstler, Stimmungen und Geschichten zu evozieren, wider. Auch wenn die Kangas nicht im jedem der Porträts auftauchten, waren sie für die Künstler als Stimmung wichtig. Es ist wohl dieses Streben, die Gemälde mit mehr Bedeutung aufzuladen, sie mit mehr Sinn zu besetzen, was der Betrachter auf den Leinwänden erkennt, was den Werken der beiden Künstler schließlich ihre profunde, zeitlose Qualität verleiht. (Priya Basil)
Liste der Exponate
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